Hoher Blutdruck (Hypertonie)

Leben unter Druck: Das ist wirklich wichtig
Portraitfoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

Lesezeit: 8 min
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Icon Hoher Blutdruck (Hypertonie)
Gerötetes Gesicht, Kopfschmerzen, Herzrasen – Bluthochdruck kündigt sich oft mit unscheinbaren Symptomen an, die leicht übersehen werden. Was hinter hohem Blutdruck steckt, welche Ursachen es gibt und wie er behandelt werden kann.
Bluthochdruck kann als Volkskrankheit bezeichnet werden. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts leiden in Deutschland etwa 20 bis 30 Millionen Menschen unter Bluthochdruck. Ein hoher Blutdruck ist gefährlich, denn er schädigt Organe und Gefäße aufgrund des zu hohen Drucks im Herz-Kreislaufsystem - langsam und fortwährend. Herzinfarkte, Schlaganfälle oder auch Nierenversagen und andere Folgeerkrankungen können auftreten. Mit einer frühen Erkennung und Behandlung sichern Sie sich Ihre Lebensqualität und vermeiden ernste Folgen.

Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Wie man Bluthochdruck erkennt

Der Blutdruck verändert sich im Verlauf des Lebens – auch ohne dass besondere Risikofaktoren vorliegen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Gefäße an Elastizität und werden starrer, wodurch vor allem der systolische Wert tendenziell ansteigt. Besonders häufig tritt Bluthochdruck deshalb bei Menschen ab etwa 50 bis 60 Jahren auf. Betroffen sein können aber auch deutlich jüngere Menschen – etwa durch erbliche Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, dauerhaften Stress oder eine ungünstige Ernährung. Das Tückische daran: Hoher Blutdruck verursacht über lange Zeit oft keine spürbaren Beschwerden und bleibt deshalb häufig unentdeckt.

Eine wesentliche Möglichkeit, ihn zu erkennen, ist daher die regelmäßige Blutdruckmessung – beim Arzt oder bequem zu Hause. Darüber hinaus können bestimmte Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten auf einen zu hohen Blutdruck hinweisen, auch wenn sie keineswegs immer auftreten.

Grenzwertig: Normaler Blutdruck und hoher Blutdruck.

Die folgende Übersicht soll Ihnen helfen, Ihre Werte einzuordnen und einen beginnenden Bluthochdruck zu erkennen. Für Kinder und Jugendliche gelten andere Grenzwerte, die sie im Beitrag rund um den Blutdruck bei jungen Menschen nachlesen können.
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Alter Mittlere Werte Frauen

Mittlere Werte Männer Beginn Hoher Blutdruck
119/75 129/78 140/90
122/78 130/84 140/90
130/82 135/88 140/90
143/86 143/89 140/90
153/86 150/88 140/90
155/83 153/83 140/90
Alter Mittlere Werte Frauen

Mittlere Werte Männer Beginn Hoher Blutdruck
119/75 129/78 140/90
122/78 130/84 140/90
130/82 135/88 140/90
143/86 143/89 140/90
153/86 150/88 140/90
155/83 153/83 140/90

Was sind die Symptome einer Hypertonie?

Nicht immer ist ein beginnender Bluthochdruck von Symptomen begleitet. Deshalb gehört eine regelmäßige Kontrolle durch Messung noch immer zu den wichtigsten Möglichkeiten der Früherkennung. Sie sollten aber dennoch auf Symptome achten. Zu den Symptomen des Bluthochdrucks gehören Schweißausbrüche, die gerade bei Frauen in den Wechseljahren oft falsch interpretiert werden, Nervosität und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Atemnot bei Belastung, Ohrensausen, ein häufig gerötetes Gesicht oder auch Nasenbluten.
Symptome für einen hohen Blutdruck

Blutdruck-Test: Symptome und Risikofaktoren

Selbstest: Ist Ihr Blutdruck zu hoch?

Die folgenden Symptome, Merkmale und Risikofaktoren helfen Ihnen, einen möglichen Bluthochdruck auf die Spur zu kommen. Klicken Sie an, was auf Sie zutrifft.

Nervosität und Schlafstörungen kenne ich gut. /
Ich habe öfter Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle. /
Ich kämpfe mit Symptomen wie Herzklopfen oder Herzstolpern. /
Bei mir stellt sich eine Atemnot bei Belastung ein und manchmal bekomme ich deswegen auch Angst- oder Panikgefühle. /
Ich spüre seit einiger Zeit das Gefühl einer Enge in der Brust. /
Ich leide unter Ohrensausen, Nasenbluten oder auch Sehstörungen wie Augenflimmern oder verschwommenes Sehen. /
Mein Gesicht ist öfter gerötet. /
Ich leide manchmal ohne erkennbaren Grund unter leichter Übelkeit oder mir ist oft viel zu warm und ich schwitze viel. /
Ich habe Übergewicht, meine Ernährung ist nicht sonderlich gesund oder ich bekomme sehr wenig Bewegung. /
Ich bin älter als 50 Jahre. /
Ich rauche oder trinke verhältnismäßig viel Alkohol. /
Haben Sie mehr als einen Punkt mit „Ja“ beantwortet? Dann sollten Sie Ihren Blutdruck überprüfen lassen. Der Gang zum Arzt ist dafür unerlässlich, denn eine Diagnose muss vollständig und richtig sein, um die für Sie passende Behandlung einzuleiten.
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Blutdrucktabelle: Risikofaktoren

Stufen des Bluthochdrucks Systolischer Wert (mmHg)

Diastolischer Wert (mmHg) Wie gefährlich ist Ihr Blutdruck für Ihre Gesundheit?
<120 <80 Vom optimalen Blutdruck rund um 120/80 geht keine Gefahr aus.
<130 <80 Ein normaler Blutdruck mit Werten von etwa 130/80 bringt keine Risiken für Ihre Gesundheit mit sich
130 – 139 85 – 89 Sollten diese Werte länger anhalten, sollten Sie einen Arzt konsultieren.
140 – 159 90 – 99 Diese Werte sind behandlungsbedürftig – in Abstimmung mit Ihrem Arzt.
160 – 179 >100 -109 In diesem Fall muss der Bluthochdruck behandelt werden. Ihr Arzt entscheidet, welche Diagnostik und Behandlung richtig ist.
>210 >120 Der schwere Bluthochdruck bedarf ebenfalls einer Abklärung und Behandlung gemeinsam mit Ihrem Arzt.
≥140 <90 Ist nur der systolische Wert zu hoch, dann empfiehlt sich eine Abklärung und Behandlung beim Arzt Ihres Vertrauens.

Blutdrucktabelle: Risikofaktoren

Stufen des Bluthochdrucks Systolischer Wert (mmHg)

Diastolischer Wert (mmHg) Wie gefährlich ist Ihr Blutdruck für Ihre Gesundheit?
<120 <80 Vom optimalen Blutdruck rund um 120/80 geht keine Gefahr aus.
<130 <80 Ein normaler Blutdruck mit Werten von etwa 130/80 bringt keine Risiken für Ihre Gesundheit mit sich
130 – 139 85 – 89 Sollten diese Werte länger anhalten, sollten Sie einen Arzt konsultieren.
140 – 159 90 – 99 Diese Werte sind behandlungsbedürftig – in Abstimmung mit Ihrem Arzt.
160 – 179 >100 -109 In diesem Fall muss der Bluthochdruck behandelt werden. Ihr Arzt entscheidet, welche Diagnostik und Behandlung richtig ist.
>210 >120 Der schwere Bluthochdruck bedarf ebenfalls einer Abklärung und Behandlung gemeinsam mit Ihrem Arzt.
≥140 <90 Ist nur der systolische Wert zu hoch, dann empfiehlt sich eine Abklärung und Behandlung beim Arzt Ihres Vertrauens.

Hoher Blutdruck (Hypertonie): Diagnostik und Ursachen

So wird der Bluthochdruck diagnostiziert

Bluthochdruck tritt oft bei älteren Personen auf, daher ist es wichtig im höheren Alter den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Insbesondere, wenn der Blutdruck schon oftmals über den normalen Werten lag. Zu den ersten Diagnosemaßnahmen beim Bluthochdruck gehören:

  • Blutdruckmessungen
  • Krankengeschichte (Anamnese) und Familienanamnese
  • Ich kämpfe mit Symptomen wie Herzklopfen oder Herzstolpern.
  • Untersuchung des Blutes und des Urins (Urintest, Mikroalbuminurie)
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Hormonbestimmungen (z. B. Schilddrüse)
  • Bei Bedarf und abhängig vom Alter, von der Höhe der Blutdruckwerte und von anderen Begleiterkrankungen gehören weitere Diagnosemaßnahmen dazu. Infrage kommen Belastungs- oder Stress-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Ultraschalluntersuchung des Herzens, Ultraschalluntersuchung der Bein- und Halsgefäße, eine Untersuchung des Augenhintergrunds oder auch spezielle Laboruntersuchungen.
So wird der Bluthochdruck diagnostiziert

Ursachen für Bluthochdruck

Die genauen Ursachen für Bluthochdruck bleiben oft im Verborgenen. Bei 90% der Erkrankten kann keine Ursache für zu hohen Blutdruck gefunden werden. In diesen Fällen spricht man von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Risikofaktoren für einen erhöhten Blutdruck können z.B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen, Übergewicht, Bewegungsmangel oder bestimmte Medikamente sein. Auch mit höherem Alter steigt das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.

Nur in 10 % der Fälle lässt sich eine körperliche Ursache finden. Dann spricht man von einer sekundären Hypertonie - hervorgerufen durch: Nierenerkrankungen, Gefäßverengungen, hormonelle Störungen, Einnahme bestimmter Medikamente (beispielsweise die Antibabypille oder antirheumatisch wirksame Medikamente) oder durch das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom (nächtliches Schnarchen mit Atemaussetzern).

Was tun bei Blutdruckstörungen?

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Stand: 29. April 2026

Was ist Bluthochdruck?

Blutvolumen Icon
1 Das Blutvolumen

Unser Körper kann die Menge an Blut, die im Kreislauf zu den einzelnen Organen verteilt wird vergrößern. Zum Beispiel, indem unser Gehirn „Durst" meldet und wir mehr trinken oder indem mehr Flüssigkeit über die Nieren zurückgehalten wird.
Schlagvolumen Herz Icon
2 Das Schlagvolumen

Das Herz wälzt wie eine Pumpe mit jedem Schlag eine bestimmte Menge Blut um. Dadurch gelangt eine bestimmte Menge sauerstoffarmes Blut aus den Körperorganen in die Lunge und eine bestimmte Menge sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in die Organe. Diese Menge kann gesteigert werden, indem die Herzkammern sich stärker füllen oder der Herzmuskel sich kräftiger zusammenzieht. Damit gelangt pro Herzschlag mehr Blut in Lungen- und Körperkreislauf.
Herzfrequenz Icon
3 Die Herzfrequenz

Neben der Menge an Blut, die pro Herzschlag in die Organe gelangen, kann auch die Anzahl der Schläge pro Minute variiert werden. Je öfter das Herz schlägt, umso mehr Blut kann in einer bestimmten Zeit in den Körperkreislauf gelangen.
Weite der Blutgefässe Icon
4 Die Weite der Blutgefäße

Oft stellt man sich die Gefäße im Körper, die das Blut vom Herzen in die Organe leiten, einfach als Röhrensysteme vor. Dies ist aber zu kurz gegriffen, denn die Blutgefäße haben Muskeln in ihren Wänden, durch die sie ihre Weite verändern können und dadurch den Blutfluss in einzelnen Organen verstärken oder verringern können. Damit verändert sich aber natürlich auch der Druck im gesamten Kreislauf. Das ist ein bisschen so, wie bei einem Wasserschlauch, den man mit der Hand zudrückt: vorne kommt weniger raus, aber hinter der Hand wird der Schlauch immer praller.

All diese Mechanismen dienen dazu, den Organismus in Zeiten erhöhter Anforderungen (Sport, Stress, kämpfen oder flüchten) mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. In diesen Situationen steigt der Blutdruck durch eine Kombination der oben genannten Prozesse vorübergehend an und das tut dem Körper in Maßen sogar gut.
Zur Abklärung eines niedrigen oder eines hohen Blutdrucks und der richtigen Behandlung sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Hinter dem hohen Blutdruck oder niedrigem Blutdruck kann sich eine andere Grunderkrankung verstecken, die ausgeschlossen werden sollte. Eine falsche Medikation bringt ebenfalls Risiken mit sich. Sprechen Sie mit einem erfahrenen Arzt, um zu klären, welche Behandlung oder Medikation und Dosis für Sie richtig ist.

Behandlung und mehr: Das müssen Sie wissen

Behandlung von Bluthochdruck

Behandlung Bluthochdruck

Prinzipiell kommen die folgenden Ansätze zur Behandlung in Frage: Medikamentöse Behandlung mit pflanzlichen oder homöopathischen Medikamenten sowie in vielen Fällen mit chemisch-synthetischen Mitteln. Eine Anpassung Ihres Lebensstils trägt auch zu einer erfolgreichen Behandlung bei. Eine Einschätzung, welches Arzneimittel geeignet ist, muss vom Arzt getroffen werden.
Behandlung Bluthochdruck
Blutdruckschwankungen

Schwankender Blutdruck

Ihr Blutdruck kann bei Aufregung, Anstrengung oder nach dem Aufstehen schwanken. Der Blutdruck kehrt in diesen Fällen aber schnell wieder auf das normale Niveau zurück. Ein schwankender Blutdruck kann aber auch auf eine Blutdruckstörung mit zu hohem Blutdruck hinweisen.
Blutdruck­schwankungen
Blutdruck im Alter

Blutdruck im Alter

Mit zunehmendem Alter sind Sie besonders für einen Blutdruckanstieg aber auch - allerdings viel seltener - für einen zu niedrigen Blutdruck anfällig. Sie sind über 50 und vermuten einen Bluthochdruck? Dann finden Sie hier weitere Informationen über die Ursachen, Symptome und mehr.
Blutdruck im Alter
Blutdruck messen

Blutdruckmessung

Wenn ein zu hoher Blutdruck vorliegt oder Sie zur Risikogruppe aufgrund ihres Alters gehören, wenig Bewegung oder Übergewicht haben, dann sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Dabei können Sie den Blutdruck auch selbst messen. So geht es.
Blutdruck messen

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu hohem Blutdruck

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Arterielle Hypertonie, auch Bluthochdruck genannt, ist ein Zustand, bei dem der Druck in den Arterien dauerhaft erhöht ist. Dies bedeutet, dass das Herz mehr arbeiten muss, um das Blut durch die Gefäße zu pumpen.
Quellen
  1. World Health Organization : . .
  2. . New England Journal of Medicine ;373:2103-2116.
  3. . The Lancet ;398:957-980.
  4. European Society of Hypertension : . .
  5. Robert Koch-Institut : .
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