Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharmakologieexperte
Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?
Wie man Bluthochdruck erkennt
Der Blutdruck verändert sich im Verlauf des Lebens – auch ohne dass besondere Risikofaktoren vorliegen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Gefäße an Elastizität und werden starrer, wodurch vor allem der systolische Wert tendenziell ansteigt. Besonders häufig tritt Bluthochdruck deshalb bei Menschen ab etwa 50 bis 60 Jahren auf. Betroffen sein können aber auch deutlich jüngere Menschen – etwa durch erbliche Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, dauerhaften Stress oder eine ungünstige Ernährung. Das Tückische daran: Hoher Blutdruck verursacht über lange Zeit oft keine spürbaren Beschwerden und bleibt deshalb häufig unentdeckt.
Eine wesentliche Möglichkeit, ihn zu erkennen, ist daher die regelmäßige Blutdruckmessung – beim Arzt oder bequem zu Hause. Darüber hinaus können bestimmte Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten auf einen zu hohen Blutdruck hinweisen, auch wenn sie keineswegs immer auftreten.
Grenzwertig: Normaler Blutdruck und hoher Blutdruck.
Was sind die Symptome einer Hypertonie?
Blutdruck-Test: Symptome und Risikofaktoren
Selbstest: Ist Ihr Blutdruck zu hoch?
Die folgenden Symptome, Merkmale und Risikofaktoren helfen Ihnen, einen möglichen Bluthochdruck auf die Spur zu kommen. Klicken Sie an, was auf Sie zutrifft.
Hoher Blutdruck (Hypertonie): Diagnostik und Ursachen
So wird der Bluthochdruck diagnostiziert
- Blutdruckmessungen
- Krankengeschichte (Anamnese) und Familienanamnese
- Ich kämpfe mit Symptomen wie Herzklopfen oder Herzstolpern.
- Untersuchung des Blutes und des Urins (Urintest, Mikroalbuminurie)
- Elektrokardiogramm (EKG)
- Hormonbestimmungen (z. B. Schilddrüse)
- Bei Bedarf und abhängig vom Alter, von der Höhe der Blutdruckwerte und von anderen Begleiterkrankungen gehören weitere Diagnosemaßnahmen dazu. Infrage kommen Belastungs- oder Stress-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Ultraschalluntersuchung des Herzens, Ultraschalluntersuchung der Bein- und Halsgefäße, eine Untersuchung des Augenhintergrunds oder auch spezielle Laboruntersuchungen.
Ursachen für Bluthochdruck
Nur in 10 % der Fälle lässt sich eine körperliche Ursache finden. Dann spricht man von einer sekundären Hypertonie - hervorgerufen durch: Nierenerkrankungen, Gefäßverengungen, hormonelle Störungen, Einnahme bestimmter Medikamente (beispielsweise die Antibabypille oder antirheumatisch wirksame Medikamente) oder durch das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom (nächtliches Schnarchen mit Atemaussetzern).
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Was ist Bluthochdruck?
Unser Körper kann die Menge an Blut, die im Kreislauf zu den einzelnen Organen verteilt wird vergrößern. Zum Beispiel, indem unser Gehirn „Durst" meldet und wir mehr trinken oder indem mehr Flüssigkeit über die Nieren zurückgehalten wird.
Das Herz wälzt wie eine Pumpe mit jedem Schlag eine bestimmte Menge Blut um. Dadurch gelangt eine bestimmte Menge sauerstoffarmes Blut aus den Körperorganen in die Lunge und eine bestimmte Menge sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in die Organe. Diese Menge kann gesteigert werden, indem die Herzkammern sich stärker füllen oder der Herzmuskel sich kräftiger zusammenzieht. Damit gelangt pro Herzschlag mehr Blut in Lungen- und Körperkreislauf.
Neben der Menge an Blut, die pro Herzschlag in die Organe gelangen, kann auch die Anzahl der Schläge pro Minute variiert werden. Je öfter das Herz schlägt, umso mehr Blut kann in einer bestimmten Zeit in den Körperkreislauf gelangen.
Oft stellt man sich die Gefäße im Körper, die das Blut vom Herzen in die Organe leiten, einfach als Röhrensysteme vor. Dies ist aber zu kurz gegriffen, denn die Blutgefäße haben Muskeln in ihren Wänden, durch die sie ihre Weite verändern können und dadurch den Blutfluss in einzelnen Organen verstärken oder verringern können. Damit verändert sich aber natürlich auch der Druck im gesamten Kreislauf. Das ist ein bisschen so, wie bei einem Wasserschlauch, den man mit der Hand zudrückt: vorne kommt weniger raus, aber hinter der Hand wird der Schlauch immer praller.
All diese Mechanismen dienen dazu, den Organismus in Zeiten erhöhter Anforderungen (Sport, Stress, kämpfen oder flüchten) mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. In diesen Situationen steigt der Blutdruck durch eine Kombination der oben genannten Prozesse vorübergehend an und das tut dem Körper in Maßen sogar gut.
Behandlung und mehr: Das müssen Sie wissen
Behandlung Bluthochdruck
Schwankender Blutdruck
Blutdruck im Alter
Blutdruckmessung
Antworten auf häufig gestellte Fragen zu hohem Blutdruck
Quellen
- World Health Organization : Global report on hypertension: the race against a silent killer . 2023.
- The SPRINT Research Group A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control (SPRINT) . New England Journal of Medicine 2015;373:2103-2116.
- NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC) Worldwide trends in hypertension prevalence and progress in treatment and control from 1990 to 2019 . The Lancet 2021;398:957-980.
- European Society of Hypertension : 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension . 2023.
- Robert Koch-Institut : Hypertonie – RKI-Surveillance .


