Blutdruckschwankungen

Warum der Blutdruck schwankt – und wann es kritisch wird
Portraitfoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

Lesezeit: 11 min
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Icon Blutdruckschwankungen
Schwindel, Herzrasen, innere Unruhe – Blutdruckschwankungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Symptome erkennen, Ursachen verstehen und den Kreislauf wieder ins Gleichgewicht bringe
Blutdruckschwankungen sind ein kurzzeitig zu hoher oder zu niedriger Blutdruck. Vor allem stark erhöhte Werte können Gefäße und Organe ähnlich belasten wie ein dauerhafter Bluthochdruck – Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall, besonders bei unbehandeltem Bluthochdruck.

Symptome, Ursachen & Behandlung

Dass der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt, ist völlig normal: Bei Bewegung, Aufregung oder Stress steigt er, in Ruhe und im Schlaf sinkt er wieder. Der Körper passt den Druck ständig an die jeweilige Situation an – das ist ein Zeichen eines gesunden Herz-Kreislauf-Systems, kein Grund zur Sorge.

Auffällig wird es erst, wenn die Werte ohne erkennbaren Anlass stark hin- und herspringen – etwa zwischen zu hoch und zu niedrig – und das immer wieder auftritt. Manche Menschen bemerken solche Ausschläge an Symptomen wie Schwindel, Herzklopfen, Kopfschmerzen oder innerer Unruhe, andere spüren lange Zeit gar nichts. Solche ausgeprägten Blutdruckschwankungen haben häufig psychische Ursachen wie chronischen Stress, Angst oder Anspannung, können aber auch auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen. Wie stark der Blutdruck normalerweise schwanken darf, ab wann es kritisch wird und was Sie selbst tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann schwankt der Blutdruck zu stark?

Diagnostik - Die 24-Stunden-Blutdruckmessung

Die wichtigste Form der Diagnostik zur Erkennung des schwankenden Blutdrucks ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Einzelmessungen genügen nicht, um eine sichere Diagnose zu stellen. Die 24-Stunden-Blutdruckmessung berücksichtigt dann auch Ihre Blutdruckwerte während der Nacht, die weder in der Arztpraxis noch durch Selbstmessungen erfasst werden können. Je nachdem, ob Sie einen temporär zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck haben: Kurzweilig treten beim schwankenden Blutdruck die Symptome der jeweiligen Problematik auf.
Diagnostik - die 24-Stunden-Blutdruckmessung

Symptome beim schwankenden Blutdruck

Leichte Blutdruckschwankungen im Tagesverlauf sind dabei normal und müssen nicht zwangsläufig behandelt werden. Stellen sich aber stärkere Schwankungen ohne jeden Grund ein – also aus heiterem Himmel – dann kann der schwankende Blutdruck für Ihre Gesundheit bedenklich werden. Bei einem schwankenden Blutdruck sind die Symptome schwer abgrenzbar, da sie sehr ähnlich sein können.
Bei Schwankungen mit niedrigem Blutdruck sind die wichtigsten Symptome vor allem Schwindel, Benommenheit und wenn Ihnen beim Aufstehen aus der Hocke oder bei ähnlichem Positionswechsel schwarz vor Augen wird. Bei Schwankungen mit hohem Blutdruck sind die Symptome anders gelagert: Ein geröteter Kopf, Herzstolpern und Herzklopfen oder auch Ohrensausen, Nasenbluten oder Kopfschmerzen kommen häufig vor. In unseren Beiträgen zum Thema Bluthochdruck und niedriger Blutdruck werden die Symptome näher beschrieben:
Hoher Blutdruck

Niedriger Blutdruck
Symptome bei schwankendem Blutdruck

Ab wann sind Blutdruckschwankungen zu stark?

Die folgende Tabelle hilft Ihnen bei der Orientierung und bei der Frage, wie "starke" Blutdruckschwankungen bei den Betroffenen ausgeprägt sind. Die Grenzwerte für Kinder und Jugendliche weichen von denen Erwachsener ab. Hierzu finden Sie weitere Informationen in unserem Infomagazin und dem Beitrag rund um den Blutdruck bei jungen Menschen. Die folgende Tabelle zeigt, ab welchen Werten bei Blutdruckschwankungen der Gang zum Arzt für Sie unerlässlich ist. Bluthochdruck - auch wenn er nur temporär auftritt - beginnt mit Werten über 140/90 bei erwachsenen Menschen. Schwankt Ihr Blutdruck noch stärker und erreicht temporär Werte von 160-179/100-109, liegt ein mittelschwerer Bluthochdruck vor. Von schwerem Bluthochdruck ist die Rede, wenn die Werte 210/120 überschreiten. Aber schon bei weniger starken Schwankungen ab Werten von 130-139/85-89 sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.
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Alter Mittlere Werte Frauen

Mittlere Werte Männer Beginn Niedriger Blutdruck Beginn Hoher Blutdruck
119/75 129/78 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
122/78 130/84 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
130/82 135/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
143/86 143/89 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
153/86 150/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
155/83 153/83 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
Alter Mittlere Werte Frauen

Mittlere Werte Männer Beginn Niedriger Blutdruck Beginn Hoher Blutdruck
119/75 129/78 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
122/78 130/84 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
130/82 135/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
143/86 143/89 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
153/86 150/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90
155/83 153/83 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
140/90

Wie gefährlich sind Blutdruckschwankungen?

Ein extrem schwankender Blutdruck belastet die Gefäße genauso, wie ein dauerhaft erhöhter oder erniedrigter Blutdruck. Stark schwankende Blutdruckwerte können ein Zeichen für die Beeinträchtigung des Herzkreislaufsystems sein und weitere gesundheitliche Beschwerden mit sich bringen. Ein Arztbesuch ist in diesem Fall dringend fällig. Dabei können Blutdruckschwankungen sowohl durch schwerwiegende Erkrankungen ausgelöst werden als auch solche Erkrankungen verursachen. Bedenklich wird es vor allem, wenn die Blutdruckschwankungen gar nicht erkannt und behandelt werden.

Ursachen für einen schwankenden Blutdruck

Die Ursachen für einen schwankenden Blutdruck können vielfältig sein. Mit Ihrem Lebensstil können Sie darauf Einfluss nehmen. Der Genuss von viel oder sehr viel Alkohol, Schlafmangel oder übermäßiger Tabakkonsum, Wetteränderungen, große Sommerhitze oder auch Stress und Schlafmangel - vor allem eine Kombination der genannten möglichen Ursachen - können sich in Form von Blutdruckschwankungen bemerkbar machen. Blutdruckschwankungen können aber auch Ursachen haben, die unbedingt der Hilfe eines Arztes bedürfen. Dies können Nebennieren- und Schilddrüsenerkrankungen, bei Frauen die Wechseljahre, die vegetative Dystonie, Osteochondrose oder ein Schlafapnoe-Syndrom sein. Auch während einer Schwangerschaft können plötzliche Blutdruckschwankungen auftreten.

Ein wichtiger Auslöser ist der Einfluss des Wetters auf den Blutdruck.

Ursachen für einen schwankenden Blutdruck

Was tun bei Blutdruckstörungen?

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Behandlung und mehr: Das müssen Sie wissen

Behandlung von Bluthochdruck

Behandlung schwankender Blutdruck

Die richtige Behandlung hängt von vielen Umständen und vor allem von einer sorgfältigen Diagnose ab. Für die richtige Therapie sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Grundsätzlich gibt es aber viele Möglichkeiten, auf der Regulierung Ihres Blutdrucks Einfluss zu nehmen.
Behandlung Blutdruckstörungen
Über den niedrigen Blutdruck

Temporärer niedriger Blutdruck

Temporär oder chronisch: Der niedrige Blutdruck (Hypotonie) bringt einige Risiken und auch verhältnismäßig eindeutigen Symptome mit sich, die Sie kennen sollten. Rund um den niedrigen Blutdruck geht es im folgenden Beitrag.
Niedriger Blutdruck
Hoher Blutdruck

Temporärer hoher Blutdruck

Ein hoher Blutdruck ist kritisch – auch wenn er temporär auftritt. Wie er zustande kommt, welche Folgen er haben kann, welche Symptomatik auf den Bluthochdruck hinweist, das lesen Sie in diesem Beitrag.
Hoher Blutdruck
Blutdruck im Alter

Blutdruck im Alter

Im Alter können sowohl der zu hohe als auch der zu niedrige Blutdruck auftreten. Während der Wechseljahre werden die Symptome des hohen Blutdrucks oft mit Wechseljahresbeschwerden verwechselt. Informieren Sie sich über die Risiken für ältere Menschen.
Blutdruck im Alter
Zur Abklärung eines niedrigen oder eines hohen Blutdrucks und der richtigen Behandlung sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Hinter dem hohen Blutdruck oder niedrigem Blutdruck kann sich eine andere Grunderkrankung verstecken, die ausgeschlossen werden sollte. Eine falsche Medikation bringt ebenfalls Risiken mit sich. Sprechen Sie mit einem erfahrenen Arzt, um zu klären, welche Behandlung oder Medikation und Dosis für Sie richtig ist.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Blutdruckschwankungen

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Blutdruckschwankungen im Tagesverlauf sind grundsätzlich normal und Teil des natürlichen Rhythmus des Körpers. Der Blutdruck unterliegt im Laufe eines Tages verschiedenen Schwankungen, die durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden. So ist der Blutdruck morgens nach dem Aufwachen oft niedriger und steigt im Laufe des Vormittags an, um dann am Nachmittag und Abend wieder zu sinken. Dieses Muster wird als circadianer Rhythmus bezeichnet. Auch körperliche Aktivität, Stress, Ernährung, Temperatur und sogar die Position des Körpers können den Blutdruck kurzfristig beeinflussen. Beispielsweise steigt der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung oder emotionalem Stress an und fällt in Ruhephasen oder während des Schlafs ab.

Mehr Informationen zu Empfindungen bei Blutdruckschwankungen
Quellen
  1. . The Lancet ;375:895-905.
  2. . The Lancet ;375:938-948.
  3. . Nature Reviews Cardiology ;10:143-155.
  4. European Society of Hypertension : . .
  5. Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® : . .
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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