Rauwolfia und Blutdruck: Wie wirkt Rauwolfia serpentina?

Wirkung, Inhaltsstoffe und Studienlage der Schlangenwurzel – von Reserpin bis Rauwolfia D3.
Portraitfoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

 | 
Lesezeit: 5 min
Icon Rauwolfia und Blutdruck: Wie wirkt Rauwolfia serpentina?
Reserpin-haltige Präparate aus der Schlangenwurzel senkten in Studien den systolischen Blutdruck um 10 bis 30 mmHg – ein Cochrane-Review ermittelte im Mittel etwa 7,9 mmHg.

Rauwolfia serpentina oder Schlangenwurzel ist eine Heilpflanze mit langer Tradition. Schon seit Jahrhunderten wird sie bei Bluthochdruck eingesetzt. Verantwortlich für ihre blutdrucksenkende Wirkung ist vor allem das enthaltene Alkaloid Reserpin. Doch was steckt hinter der Pflanze und wie wirkt Rauwolfia auf den Blutdruck? Wir geben in diesem Artikel Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was bewirkt Rauwolfia?

Rauwolfia serpentina enthält verschiedene Wirkstoffe. Diese beeinflussen das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem. Besonders wichtig ist das Alkaloid Reserpin. Es verlangsamt den Herzschlag und reduziert die Stressreaktion im Körper. Dadurch kann der Blutdruck gesenkt werden.1

Was ist Rauwolfia serpentina (Schlangenwurzel)?

Rauwolfia ist eine immergrüne Heilpflanze, ein Baum oder Strauch aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie wächst vor allem in Indien, Sri Lanka und Java. Die Pflanze ist unter verschiedenen Namen bekannt, darunter Schlangenwurzel, Schlangenholz oder Teufelspfeffer; medizinisch werden vor allem die Wurzeln genutzt. Der botanische Name verweist zudem auf Leonhard Rauwolf.

Mehr über die Eigenschaften der Schlangenwurzel erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Inhaltsstoffe stecken in der Schlangenwurzel?

Die Schlangenwurzel (Rauwolfia) enthält mehr als 50 verschiedene Indolalkaloide. Zu den wichtigsten zählen Reserpin, Ajmalin und Rescinnamin. Reserpin ist das bekannteste Alkaloid und für seine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem bekannt. Es wurde früher vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt und kann nervöse Unruhe lindern. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Rauwolfia außerdem gelegentlich bei Kopfschmerzen erwähnt.

Ajmalin wird bis heute zur Behandlung bestimmter Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Ajmalin wirkt als Antiarrhythmikum, indem es die Erregungsleitung im Herzen stabilisiert und so einen gleichmäßigen Herzrhythmus unterstützt.

Durch diese Inhaltsstoffe wirkt die Schlangenwurzel sowohl auf das Herz-Kreislauf-System als auch auf das Nervensystem.2

Wie wirkt Rauwolfia auf den Blutdruck?

Rauwolfia kann den Blutdruck senken, indem es die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe des Nervensystems (z. B. Noradrenalin) verringert. Dadurch wird das Herz weniger stark angeregt und die Blutgefäße entspannen sich. Das Herz schlägt langsamer, der Widerstand in den Gefäßen nimmt ab und der Blutdruck sinkt. Somit entsteht ein Doppeleffekt: eine gleichzeitige Blutdrucksenkung und Beruhigung. Gerade diese Kombination kann besonders bei stressbedingtem Bluthochdruck hilfreich sein.3

Interessieren Sie sich für die Behandlungsoptionen bei Blutdruckstörungen? Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema.

Reserpin: Eine spannende medizinische Geschichte

Reserpin war lange Zeit ein vielversprechender Wirkstoff und Medikament der älteren Blutdrucktherapie gegen Bluthochdruck und psychische Erkrankungen. Allerdings interagiert es mit Neurotransmittern und kann bei höheren (!) Dosierungen Nebenwirkungen verursachen, darunter Müdigkeit, depressive Verstimmungen und verlangsamter Herzschlag. Achtung: Diese Nebenwirkungen betreffen nur hochdosierte Präparate, die heutzutage nicht mehr verbreitet verordnet werden.

Bis heute wird Reserpin in einigen Fällen weiterhin eingesetzt, insbesondere wenn andere Medikamente nicht vertragen oder von Patienten nicht gewünscht werden. Bekannt ist auch, dass Mahatma Gandhi nach anstrengenden und überreizten Tagen einen Tee aus Rauwolfia trank, um sich zu entspannen.4

Mehr über die Heilkraft und Anwendung von diesem Wirkstoff im Artikel Reserpinum.

Rauwolfia in der Naturheilkunde und Homöopathie

In der ayurvedischen Medizin wird Rauwolfia seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Bluthochdruck, innere Unruhe, Stress und Schlafstörungen verwendet; in der traditionellen Naturheilkunde wird auch ihre Heilkraft unter anderem bei nervöser Belastung betont. Dort ist die Pflanze unter dem Namen „Sarpagandha“ bekannt. Auch in der Homöopathie findet Rauwolfia Verwendung.

Wichtig ist die Unterscheidung: Rauwolfia D3 (homöopathisch) ist nicht dasselbe wie Reserpin. Reserpin ist ein pharmakologisch wirksamer Blutdrucksenker mit bekannten Nebenwirkungen, während Rauwolfia D3 aufgrund seiner Verdünnung deutlich geringere Mengen des Ausgangsstoffs enthält. Gerade diese ausgewogene Dosierung macht die Rauwolfia-D3-Präparate gleichzeitig wirksam und nebenwirkungsarm.

Was tun bei Blutdruckstörungen?

Homviotensin® Packshot

Blutdruck in Balance mit Homviotensin®

  • Wirkstoffe auf pflanzlicher Basis
  • Blutdruck regulierend
  • Gut verträglich
4,6 von 5
Stand: 29. April 2026

Was sagt die Studienlage?

Studien aus den 1950er Jahren zeigten, dass Reserpin-haltige Präparate den systolischen Blutdruck um 10–30 mmHg senken können. Ein Cochrane-Review von 2016 bestätigte eine durchschnittliche Senkung um etwa 7,9 mmHg bei Reserpin-Monotherapie. Zudem zeigten weitere Untersuchungen, dass Reserpin insbesondere bei Patienten mit stressbedingtem Bluthochdruck wirksam ist und eine nachhaltige Blutdrucksenkung bewirken kann. Positive Effekte auf die Herzfrequenz und die Reduktion von Angstzuständen wurden ebenfalls dokumentiert. In der ayurvedischen Medizin wird Rauwolfia seit Jahrhunderten erfolgreich zur Behandlung von Bluthochdruck und nervösen Beschwerden eingesetzt. Diese traditionellen Anwendungen werden durch moderne Studien zunehmend bestätigt und rücken Rauwolfia als ergänzenden Wirkstoff in den Vordergrund.3, 4, 2

Rauwolfia in Homviotensin®

Rauwolfia (Rauwolfia Dil. D3) ist einer der vier pflanzlichen Wirkstoffe in Homviotensin®. Dank der Kombination von Rauwolfia mit Weißdorn, Mistel und Königin der Nacht wird Homviotensin® zur Unterstützung bei der Blutdruckregulierung eingesetzt.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Rauwolfia und Bluthochdruck

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Rauwolfia serpentina D3 ist eine homöopathische Zubereitung aus der Rinde der Schlangenwurzel (Rauwolfia serpentina). Die D3-Potenz wird häufig zur Unterstützung bei Bluthochdruck und bei nervösen Beschwerden eingesetzt. Rauwolfia-D3-Präparate sind in Form von Globuli, Tropfen oder Tabletten erhältlich und gelten als gut verträglich mit kaum bekannten Nebenwirkungen.
Quellen
  1. . Integrative Medicine: A Clinician's Journal ;14(3).
  2. . Rolf Schlegel, ScienceDirect, .
  3. . Cochrane Database of Systematic Reviews , CD007655.
  4. . Drugs.com.
Image
Wechseljahre und Ihr Blutdruck
Während der Wechseljahre verändert sich Vieles im Körper – bei Frauen wie bei Männern. Das Risiko für eine Blutdruckstörung steigt in dieser Zeit. Oft werden zudem die Symptome, die auf einen hohen Blutdruck hindeuten könnten, gerade bei Frauen mit Wechseljahresbeschwerden verwechselt.
mehr Details
Image
Blutdruck und Wetter
Große Hitzephasen im Sommer werden auch bei uns immer häufiger. Viele Menschen kämpfen während dieser Zeit mit Blutdruckschwankungen. Aber auch andere Wetterkonstellationen können sich auf den Blutdruck auswirken. So kommen Sie gut durch die Sommerhitze und lernen den individuellen Einfluss des Wetters auf Ihren Körper kennen.
mehr Details
Image
Blutdruckwerte richtig lesen & interpretieren
138/88 – zu hoch oder noch normal? Blutdruckwerte nach Alter einordnen, systolisch & diastolisch verstehen, Messzeitpunkt und häufige Messfehler erkennen. Mit Tabelle und Selbstcheck.
mehr Details
Image
Wie wirken Omega-3-Fettsäuren auf Bluthochdruck?
Wie stark wirken Omega-3-Fettsäuren tatsächlich bei Bluthochdruck, welche Dosis ist sinnvoll und wann ist Vorsicht geboten? EPA und DHA aus Fisch und Algen werden seit Jahrzehnten als natürliche Unterstützung diskutiert – ein Überblick zur aktuellen Studienlage.
mehr Details
Image
Kann Abnehmen den Blutdruck senken?
Übergewicht zählt zu den wichtigsten Auslösern für Bluthochdruck – und gleichzeitig zu den am besten beeinflussbaren. Pro Kilogramm Gewichtsverlust sinkt der systolische Blutdruck um etwa 1–1,5 mmHg. Welche Strategien wirklich helfen und was Studien zeigen, lesen Sie hier.
mehr Details
Image
Sport bei Bluthochdruck: Mit Bewegung den Blutdruck senken
Wie viel Bewegung senkt den Blutdruck? Der Ratgeber zeigt, welche Sportarten sich bei Bluthochdruck eignen, wie Sie ab 45 sicher einsteigen und warum isometrische Übungen wie Wandsitz und Plank überraschend wirksam sind.
mehr Details
Image
Was bedeuten die Blutdruckwerte?
Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über den Blutdruck und die Einordnung eines normalen Blutdrucks. Anschließend geht es um die richtige Interpretation von Blutdruckwerten und was es bei der Blutdruckmessung zu berücksichtigen gilt.
mehr Details
Image
Blutdruck und psychische Faktoren
Unser Leben ist oft von Stress geprägt: Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer klagt darüber. Aber auch Ängste und Aufregung nehmen Einfluss auf den Blutdruck. Dabei sind psychische Belastungen sogar die Hauptursache für Berufsunfähigkeiten. Nehmen Sie Stress und andere psychische Faktoren ernst.
mehr Details
Image
Blutdruck während der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft bringt viele Veränderungen im Körper mit sich – unter anderem kann es zu Problemen mit dem Kreislauf und Blutdruck kommen. Eine regelmäßige Messung des Blutdrucks bei Ihrer/m behandelnden Ärztin oder Arzt ist ein Muss.
mehr Details
Image
Welche pflanzlichen Mittel helfen bei Bluthochdruck?
Welche pflanzlichen und homöopathischen Wirkstoffe bei Bluthochdruck eine Rolle spielen, wie gut sie belegt sind. Ein Überblick zur Studienlage und zur sinnvollen Kombination.
mehr Details
Image
Wie oft sollte man den Blutdruck messen?
Erfahren Sie mehr über die Messverfahren des Blutdrucks, von der Messung am Oberarm mittels Manschette und Stethoskop, über die oszillometrische Messung bis hin zur Pulswellen-Analyse. Außerdem werfen wir einen Blick auf individuelle Häufigkeit der Blutdruckmessung, je nach Risikofaktoren oder Vorerkrankungen.
mehr Details
Image
Hausmittel gegen Bluthochdruck
Bluthochdruck ist eine häufige Erkrankung. Neben Medikamenten spielt aber auch Ihre Lebensweise eine große Rolle: Bewegung und vor allem die richtige Ernährung können den Blutdruck positiv beeinflussen. Welche Hausmittel gegen Bluthochdruck und welche natürlichen Arzneimittel dabei helfen, erfahren Sie hier.
mehr Details
Image
Blutdruck und vegane Ernährung
Vegane Ernährung ist im Trend. Immer mehr Menschen wollen auf tierische Produkte und Inhaltsstoffe verzichten. Aber: Ist die vegane Ernährung gesund für Ihren Blutdruck? Wir gehen dieser Frage nach. Unser Arzneimittel Homviotensin® ist vegan.
mehr Details
Image
Blutdruck bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Von Blutdruckstörungen sind meist eher ältere Menschen betroffen. Aber: Auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können einen Bluthochdruck entwickeln oder einen zu niedrigen Blutdruck haben. Je früher dies erkannt wird, umso besser.
mehr Details
Image
Salz bei Bluthochdruck: Wie viel ist erlaubt und worauf sollten Sie achten?
Wie viel Salz ist bei Bluthochdruck erlaubt? Der Ratgeber zeigt, warum Salz den Blutdruck erhöht, in welchen Lebensmitteln verstecktes Salz steckt und wie Sie Ihren Salzkonsum im Alltag reduzieren, ohne auf Genuss zu verzichten.
mehr Details
Image
Blutdruck im Alter: Normalwerte & Tipps
Nicht nur mit dem Alter kann sich eine Blutdruckstörung entwickeln. Dies kann sowohl der hohe Blutdruck als auch der niedrige Blutdruck sein. Ihre Lebensqualität sollte in jeder Lebensphase im Vordergrund stehen.
mehr Details
Image
Hausmittel bei niedrigem Blutdruck: natürliche Mittel, die helfen
Auch der niedrige Blutdruck kann zu einem Risiko werden, wenn er entsprechende Symptome mit sich bringt: Dies können zum Beispiel Müdigkeit oder Antriebslosigkeit sein. Es lohnt sich deshalb, ein paar Tipps rund um die Ernährung und andere natürliche Wege zu einer besseren Blutdruckregulierung zu beachten.
mehr Details
Image
Bluthochdruck natürlich senken – was wirklich hilft
Welche Maßnahmen den Blutdruck wirklich senken – und welche pflanzlichen Mittel halten, was sie versprechen? Dieser Ratgeber ordnet Bewegung, Ernährung, Schlaf und pflanzliche Wirkstoffe nach ihrer Studienlage ein und zeigt, was Sie realistisch erwarten können – inklusive klarer Hinweise, wann ärztlicher Rat unverzichtbar ist.
mehr Details
Image
Kaffee und Bluthochdruck: Soll man bei Bluthochdruck Kaffee trinken?
Darf man bei Bluthochdruck Kaffee trinken? Der Ratgeber erklärt, wie Koffein auf den Blutdruck wirkt, wie viele Tassen verträglich sind und worauf Sie bei Espresso, Filterkaffee und entkoffeiniertem Kaffee achten sollten.
mehr Details
Image
Ernährung bei Blut­hochdruck: So essen Sie blutdruck­freundlich
Welche Ernährung senkt den Blutdruck? Dieser Ratgeber erklärt DASH-Diät und mediterrane Kost, zeigt, wie Sie Salz sparen und kaliumreiche Lebensmittel nutzen – mit Beispiel-Ernährungsplan für einen Tag.
mehr Details
Image
Blutdruck richtig messen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
In diesem Artikel erklären wir, was Bluthochdruck ist und wie er entsteht. Außerdem zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Blutdruck zu Hause richtig messen .
mehr Details
Ein kleiner Anstoß pro Tag: 10 Tage lang ein alltagstauglicher Tipp ins Postfach – damit aus guten Vorsätzen erste Schritte werden.

Kostenfrei · Kein Spam · Jederzeit mit einem Klick abbestellbar

Homviora (opens in a new tab)
Unsere Erfahrung für Ihre Gesundheit

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Homviora (opens in a new tab)
Unsere Erfahrung für Ihre Gesundheit

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.