Blutdruck während der Schwangerschaft

Versorgung für Zwei: So reagiert Ihr Körper.
Portraifoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

Icon Blutdruck während der Schwangerschaft
Was werdende Mütter über zu niedrigen und zu hohen Blutdruck wissen sollten und warum regelmäßige Kontrollen so wichtig sind.
Während der Schwangerschaft haben manche werdenden Mütter einen niedrigen oder einen zu hohen Blutdruck. Insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft kann bei Schwangeren ein Bluthochdruck entstehen, der sich nach der Geburt wieder auf ein normales Niveau zurück entwickelt. Zu Beginn der Schwangerschaft ist der Blutdruck oft eher zu niedrig. Beide Fälle können zum Problem werden – insbesondere der hohe Blutdruck. Der Blutdruck bei Schwangeren sollte also regelmäßig überprüft werden, um gegebenenfalls eingreifen zu können, was zur normalen Schwangerschaftsvorsorge gehört.

Schwangerschaft und niedriger Blutdruck

Während der ersten drei bis sechs Monate einer Schwangerschaft ergeht es vielen werdenden Müttern so: Müdigkeit, Schwindel, allgemeine Schwäche und vielleicht sogar auch Kopfschmerzen oder Übelkeit. Das kann an einem zu niedrigen Blutdruck liegen, denn während der Schwangerschaft gehen viele Veränderungen im Körper vor. Dazu gehört das Schwangerschaftshormon Progesteron, dass die Blutgefäße entspannt und weitet – der Blutdruck sinkt infolgedessen.

Ein niedriger Blutdruck ist in der Regel unproblematisch, solange er keine Beschwerden macht. Kritisch wird es dann, wenn Ihnen beim Aufstehen schwindelig wird oder wenn Sie das Gefühl haben, gleich umzukippen. Möglicherweise liegt eine orthostatische Hypotonie vor, bei der der Blutdruck stark absackt – zum Beispiel beim Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Position. Der niedrige Blutdruck kann also für Mutter und Kind ein Problem darstellen. Auch eine dauerhafte Müdigkeit und Schwäche oder depressive Verstimmungen sind ein Grund, beim Arzt auf eine Kontrolle des Blutdrucks und anderer Parameter durchführen zu lassen.

Vermuten Sie einen niedrigen Blutdruck?

Niedriger Blutdruck

Schwangerschaft und hoher Blutdruck

Die Veränderungen im Körper können während der Schwangerschaft auch einen Bluthochdruck verursachen; insbesondere in den letzten Monaten der Schwangerschaft. Die Symptome zeigen sich in Form von gerötetem Gesicht, Herzstolpern oder Herzklopfen, Sehstörungen, Übelkeit, Nasenbluten und anderen Beschwerden. Oft wird ein leichter Bluthochdruck aber gar nicht durch Symptome erkannt, sondern bei den regelmäßigen Messungen, die während der Schwangerschaft durch den Arzt stattfinden.

Entwickelt sich während der Schwangerschaft ein hoher Blutdruck, dann pendelt er sich normalerweise nach der Geburt wieder bei normalen Werten ein. Der hohe Blutdruck kann ein Risiko für Sie und Ihr Kind darstellen: Die Durchblutung wichtiger Organe kann nicht mehr gewährleistet sein und so Probleme bereiten.

Vermuten Sie einen zu hohen Blutdruck?
Hoher Blutdruck
Schwangerschaft und hoher Blutdruck

Was tun bei Blutdruckstörungen?

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Blutdruckschwankungen und hoher Puls während der Schwangerschaft

Tritt ein zu niedriger oder zu hoher Blutdruck immer wieder vorübergehend auf, dann handelt es sich um Blutdruckschwankungen. Insbesondere hohe Blutdruckwerte erfordern einen Arztbesuch, der den Blutdruck mit Hilfe einer 24-Stunden-Messung kontrollieren kann und im Fall der Fälle eine passende Behandlung einleitet.

Vermuten Sie einen schwankenden Blutdruck?
Blutdruckschwankungen

Wenn sich der Puls während der Schwangerschaft verändert, dann ist das in der Regel kein Grund zur Panik. Bis zur Geburt steigert der Körper die Blutproduktion. Bis kurz vor der Geburt fließen etwa 40% mehr Blut durch den Körper als vor der Schwangerschaft. Dies ist notwendig, um das Kind mit zu versorgen und dient auch als Reserve, falls es zu Blutungen im Rahmen der Geburt kommen sollte. Um die gesteigerte Blutmenge zu bewältigen, erhöht sich der Puls vor der Geburt um etwa 10 Schläge pro Minute – er wird außerdem stärker spürbar. Das Herz erbringt für das neue Leben Höchstleistungen.

Welcher Puls oder Blutdruck ist normal?

Blutdruck
Blutdruckschwankungen kommen am häufigsten bei älteren Menschen über 65 Jahre und bei jüngeren Frauen vor. Auch Schwangere sind oftmals betroffen. Ein extremer Blutdruckabfall kann das Wohl von Mutter und Kind gefährden.
Zur Abklärung eines niedrigen oder eines hohen Blutdrucks und der richtigen Behandlung sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Hinter dem hohen Blutdruck oder niedrigem Blutdruck kann sich eine andere Grunderkrankung verstecken, die ausgeschlossen werden sollte. Eine falsche Medikation bringt ebenfalls Risiken mit sich. Sprechen Sie mit einem erfahrenen Arzt, um zu klären, welche Behandlung oder Medikation und Dosis für Sie richtig ist.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Blutdruck während der Schwangerschaft

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Bluthochdruck in der Schwangerschaft, auch als Schwangerschaftshypertonie bezeichnet, kann verschiedene Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben. Ein erhöhter Blutdruck der Mutter kann die Durchblutung der Plazenta beeinträchtigen, wodurch das Baby möglicherweise weniger Sauerstoff und Nährstoffe erhält. Dies kann zu Wachstumsverzögerungen (intrauterine Wachstumsretardierung) führen, was die Entwicklung des Kindes negativ beeinflusst. Zudem erhöht Bluthochdruck das Risiko für Frühgeburten, da Komplikationen wie Präeklampsie auftreten können, die eine vorzeitige Entbindung notwendig machen. In schweren Fällen kann es auch zu einer Plazentalösung kommen, bei der sich die Plazenta vorzeitig von der Gebärmutterwand löst, was lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein kann.
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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