Hausmittel bei niedrigem Blutdruck: natürliche Mittel, die helfen

So bringen Sie Ihren Kreislauf sanft wieder in Schwung
Portraitfoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

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Lesezeit: 9 min
Icon Hausmittel bei niedrigem Blutdruck: natürliche Mittel, die helfen
Niedriger Blutdruck kann durch Symptome wie Müdigkeit oder Antriebslosigkeit belastend werden – mit der richtigen Ernährung und natürlichen Methoden lässt er sich jedoch gut regulieren.

Bei niedrigem Blutdruck helfen vor allem einfache Hausmittel: viel trinken, eine Tasse Kaffee oder schwarzer Tee am Morgen, Rosmarin, etwas Salz sowie Wechselduschen und regelmäßige Bewegung. Unterstützend wirkt eine kreislauffreundliche Ernährung mit fettreichem Fisch, kaliumreichem Obst und Gemüse und anregenden Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Chili.

Wichtig ist das richtige Maß: Salz, Kaffee und fettreiche Speisen helfen kurzfristig, sollten im Tagesverlauf aber nicht übertrieben werden. Bei anhaltenden Beschwerden klären Sie die Ursache ärztlich ab.

Hausmittel aus der Natur gegen niedrigen Blutdruck

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist in den meisten Fällen harmlos und gilt sogar als gefäßschonend. Spürbar wird er trotzdem: Müdigkeit, Schwindel beim Aufstehen, kalte Hände und Füße oder Antriebslosigkeit gehören zu den typischen Begleiterscheinungen und können den Alltag bremsen. Besonders häufig betroffen sind schlanke, junge Menschen und Frauen, aber auch warmes Wetter, langes Stehen oder zu wenig Flüssigkeit können den Kreislauf in die Knie zwingen.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich niedriger Blutdruck mit einfachen Maßnahmen aus dem Alltag regulieren – häufig ganz ohne Medikamente. Den größten Hebel haben Sie dabei selbst in der Hand, vor allem über das, was Sie essen und trinken.

Blutdruck steigernde Lebensmittel

Bestimmte Lebensmittel regen den Kreislauf an und können den Blutdruck sanft anheben – diese eignen sich besonders.

Fisch und Blutdruck

1 Fisch

Fetthaltiger Fisch kann helfen, den Blutdruck anzukurbeln. Flunder, Kabeljau, Seelachs, Schellfisch, Schleie, Zander, Hering, Makrele, Aal und Lachs enthalten Omega-3-Fettsäuren und haben einen hohen Fettgehalt, der dann noch dazu gesund ist. Um eine spürbare Wirkung zu erreichen, sollten diese Fischsorten mehrfach pro Woche auf den Speiseplan.
Vitamine, Gemüse und Obst

2 Vitamine: Gemüse und Obst

Achten Sie auf eine gute Ernährung viel Gemüse und Obst (jeweils 500 g) täglich. Vor allem der Mineralstoff Kalium hat eine regulierende Wirkung auf den Blutdruck. Bananen, Aprikosen, Himbeeren, alle Kohlsorten, Mais, Sellerie, rote Paprika, Tomaten, Kohlrabi, Hülsenfrüchte, Sellerie, Trockenobst, Kartoffeln, Fenchel und andere Obst- und Gemüsesorten enthalten Kalium.
Ingwer, Pfeffer und Chilli und Blutdruck

3 Ingwer, Pfeffer und Chili

Ingwer, Pfeffer und Chili gehören zu den Hausmitteln, die den Blutdruck ansteigen lassen; sie wirken stoffwechselanregend und blutdrucksteigernd. Ingwer lässt sich auch als Tee genießen, er schmeckt hervorragend in einer Kürbissuppe und wird vor allem in der asiatischen Küche in Kombination mit Knoblauch oft verwendet.
Kräuter und Blutdruck

4 Rosmarin

Der Rosmarin bringt den Kreislauf auf Trab und sorgt für eine gute Durchblutung des Herzens. Bei niedrigem Blutdruck kommt das Trinken von Rosmarinsaft in Frage. Einige Ärzte empfehlen auch, am frühen Morgen Rosmarin direkt zu verzehren. Der intensive Genuss von Rosmarin auf diese Art und Weise ist allerdings Geschmackssache. Für einen Rosmarintee wird 1 TL getrocknete Rosmarinnadeln pro Tasse benötigt, die mit heißem Wasser übergossen wird und dann 10 Minuten ziehen muss.
Wasser und Säfte und Blutdruck

5 Wasser und Säfte

Trinken Sie genug: Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag sollten es sein. Hilfreich sind Mineralwasser, Obst- und Gemüsesäfte oder auch Tees. Wasser ist auch eine Sofortmaßnahme, die den Blutdruck schnell steigert: Trinken Sie dafür zügig einen halben Liter Wasser – der Blutdruck steigt dann leicht in den nächsten 10 Minuten.
Kaffee und schwarzer Tee und Blutdruck

6 Kaffee und schwarzer Tee

Frisch gemahlener Kaffee (in Maßen) lässt den Blutdruck ansteigen. Eine Tasse am Morgen hilft Ihnen auf die Beine. Die gleiche Wirkung ist mit schwarzem Tee zu erreichen. Beide Lebensmittel helfen kurzfristig bei der Steigerung des Blutdrucks.
Salz und Blutdruck

7 Salz

Salzhaltige Speisen erhöhen den Blutdruck. Allerdings: Die WHO empfiehlt nur 5 Gramm Salz pro Tag, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 6 Gramm. Das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel Salz. Um in Schwung zu kommen, kann am Morgen ab und zu eine herzhafte Mahlzeit sinnvoll sein. Im Verlauf des weiteren Tages sollten Sie aber auf übermäßigen Salzkonsum verzichten.
Süßigkeiten und Blutdruck

8 Lakritze

Lakritze hilft bei niedrigem Blutdruck. Der positive Effekt wird durch die in Lakritze enthaltene Süßholzwurzel erreicht. Diese gibt es auch als Tee aus der getrockneten Süßholzwurzel.

Ernährungsumstellung: So schaffen Sie es

  • Erstellen Sie einen Ernährungsplan.
  • Erproben Sie ganz unterschiedliche Rezepte.
  • Trinken Sie mehr Wasser.
  • Kochen Sie Ihr Essen vor und nehmen Sie selbst zubereitete Speisen mit zur Arbeit.
  • Zwingen Sie sich nicht zu Lebensmitteln, die Sie nicht mögen.
  • Nutzen Sie kleine Teller, so wirken die Portionen optisch größer
  • Für weniger gesunde Getränke im Ausnahmefall: Verwenden Sie kleine Gläser.
  • Räumen Sie Verführungen, wie Süßigkeiten weg.
  • Gehen Sie nicht hungrig einkaufen und erstellen Sie vor dem Einkaufen eine Einkaufsliste.
  • Essen Sie am Tisch, nicht auf dem Sofa oder vor dem Fernseher.
  • Essen Sie nicht, wenn Sie traurig, wütend oder in einer anderen negativen Gemütslage sind.
  • Hören Sie auf, so ganz nebenbei zu essen, sondern nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten.
  • Im Restaurant: Fragen Sie nach einer kleinen Portion.
  • Räumen Sie sich Gelegenheiten ein, zu denen Sie sich auch mal etwas gönnen.
  • Beginnen Sie zusätzlich Techniken zur Entspannung und inneren Einkehr wie etwa Meditation, Yoga und ähnliches.
  • Nehmen Sie sich (mehr) Zeit für sich.
Auch die Ernährungsform spielt eine Rolle – etwa vegane Ernährung und Blutdruck

Was können Sie noch gegen niedrigen Blutdruck tun?

Neben verschiedenen Lebensmitteln gibt es auch andere Hausmittel, die bei niedrigem Blutdruck helfen. Ausreichend Schlaf ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Einige Menschen finden es hilfreich, ein dickes Kissen oder ein erhöhtes Kopfteil im Bett zu verwenden. Stehen Sie morgens langsam auf, denn sehr schnelles Aufstehen kann zu Schwindel führen. Ein wenig Gymnastik – etwa fünf Minuten genügen – bringt Ihren Kreislauf schon vor dem Aufstehen in Schwung.

Stärken Sie Ihr Herz-Kreislauf-System mit Bewegung und sportlichen Aktivitäten. Hilfreich sind auch Wechselbäder oder Wechselduschen. Ihre Mahlzeiten sollten Sie auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag verteilen, denn große Mahlzeiten sorgen zunächst für ein Sinken der Blutdruckwerte nach dem Essen. Fünf bis sechs Mahlzeiten pro Tag sind deutlich besser. Auch eine Handreflexzonenmassage kann helfen. Seien Sie vor allem bei großer Hitze vorsichtig, denn der Blutdruck sackt bei vielen Menschen ab, wenn draußen die Luft glüht. Für Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck kann sich das negativ auswirken.

Einen Überblick über alle Optionen gibt die Behandlung von Blutdruckstörungen.

Frau macht Übungen

Was tun bei Blutdruckstörungen?

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Notfall niedriger Blutdruck: Das hilft schnell

Eine wichtige Notfallhilfe ist das Trinken von Wasser. Etwa ein halber Liter sollte zügig getrunken werden, der Blutdruck steigt dann innerhalb der nächsten 10 Minuten. Wird Ihnen sehr schwindelig und Sie haben das Gefühl gleich umzukippen? Legen Sie sich hin und bringen Sie die Beine in eine erhöhte Position. So kann das Blut in Richtung Gehirn zurückfließen. Wenn ein niedriger Blutdruck solche Probleme verursacht, sollten Sie unbedingt einen Arzt hinzuziehen.

Besonders im Sommer treten Kreislaufprobleme bei Hitze auf.

Wenn Ihr Blutdruck so niedrig ist, dass Sie unter Schwindel, dauerhafter Müdigkeit oder mangelnder Leistungsfähigkeit leiden, dann sollten Sie zum Arzt gehen. Neben Hausmitteln kommen zahlreiche Medikamente in Frage, um Ihre Lebensqualität zu verbessern – einige davon auch mit pflanzlichen Wirkstoffen.
Notfall niedriger Blutdruck
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Der niedrige Blutdruck kann sich genauso wie der hohe Blutdruck zu einer ernst zu nehmenden Erkrankung entwickeln. Einschränkungen in der Lebensqualität können die Folge sein. Informieren Sie sich hier.
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Über den niedrigen Blutdruck
Sie stellen Symptome eines hohen oder niedrigen Blutdrucks fest – diese Symptome treten aber nur temporär bei Ihnen auf? Möglicherweise leiden Sie unter Blutdruckschwankungen.
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Eine gute Ernährung, sowie das richtige Maß an Bewegung sind essentiell für normale Werte des Blutdrucks. Oftmals lässt sich eine Blutdruckstörung nicht ausreichend mit Hausmitteln bekämpfen. Das sollten Sie über die Behandlung wissen.
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Sie wissen bereits, dass Sie von einem sehr niedrigen Blutdruck betroffen sind, eine entsprechende Diagnose liegt bereits vor oder Sie wollen frühzeitig erkennen, ob Symptome, die Sie verspüren, mit Ihren Blutdruckwerten zusammen hängen?
Blutdruck messen
Zur Abklärung eines niedrigen oder eines hohen Blutdrucks und der richtigen Behandlung sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Hinter dem hohen Blutdruck oder niedrigem Blutdruck kann sich eine andere Grunderkrankung verstecken, die ausgeschlossen werden sollte. Eine falsche Medikation bringt ebenfalls Risiken mit sich. Sprechen Sie mit einem erfahrenen Arzt, um zu klären, welche Behandlung oder Medikation und Dosis für Sie richtig ist.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Hausmittel bei zu niedrigem Blutdruck

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Traubenzucker (Dextrose) liefert schnell verfügbare Energie und kann bei akuter Schwäche, Schwindel oder einem „Durchhänger" infolge niedrigen Blutdrucks kurzfristig stabilisieren. Den Blutdruck selbst hebt er dabei nicht gezielt an – er lindert eher die Begleitsymptome. Nachhaltiger wirken ausreichend Flüssigkeit, eine etwas salzbewusstere Ernährung und Bewegung. Bei häufigem Schwächegefühl sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Quellen
  1. . European Journal of Neurology ;13(9):930-936.
  2. . Clinical Autonomic Research ;21(2):69-72.
  3. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) / AWMF : .
  4. Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® : .
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) : .
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