Blutdruck

Vital sein und bleiben. So nimmt der Blutdruck Einfluss
Portraifoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

Icon Blutdruck
Rund 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Bluthochdruck – viele davon ohne es zu wissen. Was den Blutdruck beeinflusst, welche Werte normal sind und warum eine frühzeitige Erkennung entscheidend ist.
Der Blutdruck nimmt erheblichen Einfluss auf viele Vorgänge im Körper. Ist er zu niedrig oder zu hoch, dann spürt man das in Form unterschiedlicher Symptome - die Normalwerte werden in diesem Fall über- oder unterschritten. Bluthochdruck und der niedrige Blutdruck werden dabei unter dem Begriff Blutdruckstörungen zusammengefasst. Eine solche Blutdruckstörung kann im ungünstigsten Fall riskant für Gesundheit und Lebensfreude werden. Dabei hängt der Blutdruck direkt mit dem Herz-Kreislauf-System zusammen, und es gibt viele unterschiedliche Faktoren, die Einfluss auf die Höhe des Blutdrucks nehmen.

Herz-Kreislauf-System einfach erklärt

Der menschliche Blutkreislauf versorgt jede einzelne Zelle unseres Körpers. Der Blutkreislauf (oder: Kreislauf) besteht aus Arterien, Venen und Kapillaren (sehr kleinen Blutgefäßen) ist von großer Bedeutung, denn das Blut transportiert Sauerstoff aus den Lungen zu den Zellen und umgekehrt sorgt es für den Abtransport von Kohlendioxid. Das Herz ist dabei der Motor, der das Blut durch unsere Blutgefäße pumpt – erstaunliche tausende Liter pro Tag sind es. Die Versorgung unserer Organsysteme hängen deshalb sehr stark vom Zustand des Herz-Kreislauf-Systems ab.
Herz-Kreislauf-System Infografik Herz-Kreislauf-System Infografik

Herz-Kreislaufprobleme und der Blutdruck

Herz-Kreislauferkrankungen stellen hierzulande die Todesursache Nummer eins dar. Ein wichtiger Indikator des Zustandes unseres Herz-Kreislauf-Systems ist der Blutdruck. Er zeigt an, wie hoch der Druck auf Ihre Blutgefäße ist. Ist der Blutdruck außerhalb des Normalbereiches, dann wird das Herz-Kreislauf-System gestört. Bei zu hohem Blutdruck werden die Gefäße oder Organe durch den zu hohen Druck belastet und das Herz muss übermäßig viel Arbeit leisten. Bei zu niedrigem Blutdruck kann es zu einer Unterversorgung des Körpers kommen. Beide Blutdruckstörungen können gefährlich werden. Eine frühzeitige Erkennung, hinreichende Diagnostik und eine angemessene Behandlung entscheiden über Ihre Lebensqualität und eventuell sogar über Ihre Lebenserwartung.

Blutdruckwerte

Systolischer und diastolischer Blutdruck

Bei der Messung des Blutdrucks werden immer zwei Werte genannt oder angezeigt. Der zuerst genannte Wert ist der systolische Blutdruck. Der systolische Blutdruck zeigt an, wenn Blut in die Lungenarterien und die Hauptschlagader gepumpt wird.

Den unteren oder zweiten Wert bei der Blutdruckmessung nennt man den diastolischen Blutdruck. Der diastolische Wert zeigt den niedrigsten Wert im Gefäßsystem an, dem die Gefäße ständig ausgesetzt sind.

Was ist der Unterschied zwischen Puls und Pulsdruck?

Die Differenz zwischen dem systolischen und diastolischen Blutdruck wird als Pulsdruck bezeichnet. Der Pulsdruck – nicht zu verwechseln mit dem Puls – ist der Hauptindikator für die Elastizität der Blutgefäße. Zur Berechnung zieht man den diastolischen Wert vom systolischen Wert ab. Normal sind dabei Werte von etwa 50 mmHg. Ab 65 mmHg liegt ein erhöhter Pulsdruck vor.

Der Puls dagegen zeigt an, wie oft das Herz in einer Minute schlägt und wie schnell es Blut durch unseren Körper pumpt. Bei einem gesunden Erwachsenen liegt der Ruhepuls zwischen 60 und 80 Schlägen in der Minute und ist neben anderen Faktoren abhängig vom Alter.

Der Puls: Wie viele Schläge pro Minute sind normal?

Erwachsene
60 – 80
(Schläge pro Minute)
Kinder und Jugendliche
85 – 90
(Schläge pro Minute)
Kleinkinder
100 – 120
(Schläge pro Minute)
Babys
ca. 140
(Schläge pro Minute)
Erwachsene
60 – 80
(Schläge pro Minute)
Kinder und Jugendliche
85 – 90
(Schläge pro Minute)

Babys
ca. 140
(Schläge pro Minute)

(Schläge pro Minute)

Einflussfaktoren auf die Blutdruckwerte

Der Blutdruck ist kein konstanter Wert, er ist von Tageszeit, körperlicher Aktivität, Alter und Lebensstil abhängig. Welche Werte dabei normal sind, verändert sich darüber hinaus auch im Verlauf des Lebens – in Abhängigkeit vom Alter gelten andere Werte als normal. Darüber hinaus kann sich der Blutdruck bei Lärm, nach dem Kaffeetrinken, beim Sport oder bei Aufregung und Stress erhöhen. Auch das Wetter, verschiedene Erkrankungen oder die regelmäßige Einnahme von Medikamenten nehmen gegebenenfalls Einfluss auf den Blutdruck.
Einflussfaktoren auf die Blutdruckwerte

Was tun bei Blutdruckstörungen?

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Normaler Blutdruck. Welcher Blutdruck ist normal in welchem Alter?

Welcher Blutdruck ist in welchem Alter normal oder ideal? Die folgende Tabelle gibt Auskunft. Ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck kann darüber hinaus in jeder Altersgruppe auftreten. Die Messung des Blutdrucks wird in Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) angegeben. Dabei hängen die normalen Blutdruckwerte vom Alter ab.
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Alter Normalwerte systolisch (mmHg)

Normalwerte diastolisch (mmHg) Diese Faktoren gefährden einen normalen Blutdruck
70 - 80 35 Angeborene Erkrankungen wie Herzfehler oder auch Verengungen in Blutgefäßen (Stenosen) können unter anderem ein Grund für Blutdruckstörungen in sehr jungen Jahren sein.
Blutdruck bei Kindern
95 - 101 60 - 74 Ein erhöhter Blutdruck kann auch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorkommen. Übergewicht, Bewegungsmangel oder falsche Ernährung sind hier oft aber nicht nur die Gründe. Auch ein niedriger Blutdruck ist möglich.
Blutdruck bei Jugendlichen
120 - 129 80 - 84 Das Risiko für einen hohen Blutdruck nimmt mit dem Alter zu. Oft ist er mit einem ungesunden Lebensstil verbunden. Andere Risikofaktoren sind zudem Erkrankungen, wie Diabetes. Flüssigkeitsmangel, verschiedene Medikamente und andere Faktoren können einen zu niedrigen Blutdruck verursachen. Auch eine Schwangerschaft kann Ihre Blutdruckwerte beeinflussen.
Blutdruck und Schwangerschaft
120 - 129 80 - 84 Während der Wechseljahre gibt es bei Männern wie bei Frauen oft einen Blutdruckanstieg. Insbesondere bei Frauen werden die Symptome oft falsch interpretiert – als Wechseljahresbeschwerden. Regelmäßige Checks sind ratsam. In einigen Fällen kommt es auch zu einem zu niedrigen Blutdruck.
Blutdruck und Wechseljahre
<140 80 - 84 Der Blutdruck bei älteren Menschen ist in der Regel höher als bei jüngeren. Der zu hohe Blutdruck im Alter erhöht die Mortalität um das 2- bis 5-fache, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – um das 2-3-fache. Ein plötzlicher und massiver Blutdruckanstieg bei Senioren ist besonders gefährlich, da er die Ursache für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt sein kann. Seltener dagegen ist der niedrige Blutdruck im Alter – er kommt aber ebenfalls vor.
Blutdruck im Alter
Alter Normalwerte systolisch (mmHg)

Normalwerte diastolisch (mmHg) Diese Faktoren gefährden einen normalen Blutdruck
70 - 80 35 Angeborene Erkrankungen wie Herzfehler oder auch Verengungen in Blutgefäßen (Stenosen) können unter anderem ein Grund für Blutdruckstörungen in sehr jungen Jahren sein.
Blutdruck bei Kindern
95 - 101 60 - 74 Ein erhöhter Blutdruck kann auch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorkommen. Übergewicht, Bewegungsmangel oder falsche Ernährung sind hier oft aber nicht nur die Gründe. Auch ein niedriger Blutdruck ist möglich.
Blutdruck bei Jugendlichen
120 - 129 80 - 84 Das Risiko für einen hohen Blutdruck nimmt mit dem Alter zu. Oft ist er mit einem ungesunden Lebensstil verbunden. Andere Risikofaktoren sind zudem Erkrankungen, wie Diabetes. Flüssigkeitsmangel, verschiedene Medikamente und andere Faktoren können einen zu niedrigen Blutdruck verursachen. Auch eine Schwangerschaft kann Ihre Blutdruckwerte beeinflussen.
Blutdruck und Schwangerschaft
120 - 129 80 - 84 Während der Wechseljahre gibt es bei Männern wie bei Frauen oft einen Blutdruckanstieg. Insbesondere bei Frauen werden die Symptome oft falsch interpretiert – als Wechseljahresbeschwerden. Regelmäßige Checks sind ratsam. In einigen Fällen kommt es auch zu einem zu niedrigen Blutdruck.
Blutdruck und Wechseljahre
<140 80 - 84 Der Blutdruck bei älteren Menschen ist in der Regel höher als bei jüngeren. Der zu hohe Blutdruck im Alter erhöht die Mortalität um das 2- bis 5-fache, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – um das 2-3-fache. Ein plötzlicher und massiver Blutdruckanstieg bei Senioren ist besonders gefährlich, da er die Ursache für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt sein kann. Seltener dagegen ist der niedrige Blutdruck im Alter – er kommt aber ebenfalls vor.
Blutdruck im Alter

Blutdruck messen

Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks ist sinnvoll. Das gilt vor allem, wenn Sie zu Risikogruppen gehören und beispielsweise Übergewicht haben, in den Wechseljahren sind oder diese bereits hinter sich haben, wenn Sie schwanger sind oder unter Problemen mit der Schilddrüse leiden oder Diabetiker sind. Neben den Messungen beim Arzt kann man den Blutdruck auch zuhause gut messen. Sie leiden bereits unter hohem, niedrigem oder schwankendem Blutdruck oder haben ein erhöhtes Risiko? In diesem Fall machen Sie sich im Folgenden mit der Messung zuhause vertraut.
Blutdruck messen
Blutdruck messen

Blutdruckstörungen

Blutdruckstörungen, wie ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck können in jedem Alter vorkommen und zu schweren Komplikationen führen. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts leiden in Deutschland etwa 20 bis 30 Millionen Menschen unter Bluthochdruck. Nach Aussage der Deutschen Herzstiftung leben 1,6 bis 3,2 Millionen der BundesbürgerInnen mit einem zu niedrigen Blutdruck.
Hoher Blutdruck

Kurzcheck: Ist Ihr Blutdruck zu hoch?

Der hohe Blutdruck wird in der Fachsprache als Hypertonie bezeichnet. Man spricht bei Erwachsenen von erhöhtem Blutdruck, wenn Werte über 140/90 mmHg gemessen werden. Die folgenden Merkmale können auf einen hohen Blutdruck hinweisen:

  • Nervosität und Schlafstörungen.
  • Kopfschmerzen, Schwindel.
  • Herzklopfen, Herzstolpern.
  • Atemnot bei Belastung, Panikgefühle.
  • Enge in der Brust.
  • Ohrensausen, Nasenbluten, Sehstörungen.
  • Gerötetes Gesicht, gelegentlich leichte Übelkeit und Schwitzen.
  • Übergewicht und ungesunde Ernährung.
Sie vermuten einen Bluthochdruck? Wichtig ist: Hohe Blutdruckwerte können gefährlich werden, wenn sie plötzlich stark ansteigen oder über längere Zeit hoch bleiben. In jedem Fall bedürfen diese Symptome einer Abklärung durch einen Arzt. Unsere Informationen helfen bei der Erkennung einer eventuell vorliegenden Blutdruckstörung. Treten die entsprechenden Symptome auf, ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Informieren Sie sich über Bluthochdruck.
Hoher Blutdruck
Blutdruckschwankungen

Kurzcheck: Schwankt Ihr Blutdruck?

Bei einem gesunden Erwachsenen sollte der normale Blutdruckwert bei 120/80 mmHg liegen. Liegt er aber einmal darüber oder im Wechsel auch einmal darunter, handelt es sich um einen schwankenden Blutdruck. Die folgenden Symptome können auf einen schwankenden Blutdruck hinweisen:

  • Sie nehmen vorübergehend Symptome von zu hohen Blutdruck wahr: Herzklopfen, Herzstolpern, Atemnot bei Belastung, Panikgefühle, Enge in der Brust, Ohrensausen, Sehstörungen, ein gerötetes Gesicht, Schwitzen und mehr.
  • Sie nehmen vorübergehend Symptome eines niedrigen Blutdrucks wahr: Schwäche, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Zittern, leichte Übelkeit oder Brechreiz ohne nachvollziehbaren Grund, Schwindel - zum Beispiel, wenn Ihnen schwummrig wird– insbesondere bei einem Positionswechsel wie etwa beim schnellen Aufstehen aus der Hocke, dauerndes Frösteln ohne ersichtlichen Grund, stetig kalte Hände und Füße und mehr.
Sie vermuten einen schwankenden Blutdruck? Dann finden Sie hier heraus, welche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten es gibt:
Schwankender Blutdruck
Über den niedrigen Blutdruck

Kurzcheck: Ist Ihr Blutdruck zu niedrig?

Der niedrige Blutdruck wird in der Fachsprache als Hypotonie bezeichnet. Das Wort Hypotonie kommt aus dem griechischen: Hypo „unter“ und tonos „Spannung“. Von einem niedrigen Blutdruck bei Erwachsenen spricht man, wenn die Werte unter 110 (Männer) bzw. 100 (Frauen) /60 mmHg liegen. Die folgenden Merkmale können auf einen niedrigen Blutdruck hinweisen:

  • Allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Müdigkeit.
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis und Schwierigkeiten beim Aufwachen.
  • Kopfschmerzen, Zittern, leichte Übelkeit bis zum Brechreiz ohne nachvollziehbaren Grund
  • Schwindel - zum Beispiel, wenn Ihnen schwummrig wird- insbesondere bei einem Positionswechsel wie etwa beim schnellen Aufstehen aus der Hocke. häufig kalte Hände und Füße oder dauerndes Frösteln ohne besonders kalte Außentemperatur.
  • Auffallend blasses Aussehen.
Sie vermuten einen niedrigen Blutdruck? In jedem Fall bedürfen diese Symptome einer Abklärung durch einen Arzt. Verbessern Sie Ihre Lebensqualität und mindern Sie die Risiken aus dieser Erkrankung – im ersten Schritt mit weiterführenden Informationen:
Niedriger Blutdruck
Zur Abklärung eines niedrigen oder eines hohen Blutdrucks und der richtigen Behandlung sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Hinter dem hohen Blutdruck oder niedrigem Blutdruck kann sich eine andere Grunderkrankung verstecken, die ausgeschlossen werden sollte. Eine falsche Medikation bringt ebenfalls Risiken mit sich. Sprechen Sie mit einem erfahrenen Arzt, um zu klären, welche Behandlung oder Medikation und Dosis für Sie richtig ist.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Blutdruck

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Beim Blutdruckmessen werden meist drei Werte erfasst: der systolische Wert (der obere Wert), der diastolische Wert (der untere Wert) und der Puls. Der systolische Wert gibt den Druck in den Arterien während der Herzkontraktion an, der diastolische Wert den Druck während der Entspannungsphase des Herzens. Der Puls zeigt die Herzfrequenz an.

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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