Niedriger Blutdruck (Hypotonie

Wenn die Energie verloren geht: Das sollten Sie wissen
Portraifoto Dr. med. Felizian Kühbeck S/W

Fachautor Dr. med. Felizian Kühbeck
Arzt, Medizin- und Pharma­kologie­experte

Icon Niedriger Blutdruck (Hypotonie
Schwindel beim Aufstehen, kalte Hände, chronische Müdigkeit – oft steckt ein zu niedriger Blutdruck dahinter. Was Hypotonie ist, wann sie behandelt werden sollte und welche Möglichkeiten es gibt, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Der niedrige Blutdruck tritt wesentlich seltener auf als zu hoher Blutdruck. Während eher der hohe Blutdruck als Problem oder gar gefährlich gilt, wird dem niedrigen Blutdruck oft wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Hypotonie ist zwar keine Krankheit, solange man sich wohl fühlt und keine Beschwerden verspürt, aber sie sollte dennoch ärztlich überprüft werden. Der niedrige Blutdruck kann auf eine andere Erkrankung wie etwa eine Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen hinweisen.

Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Wie erkennt man den niedrigen Blutdruck (Hypotonie)?

Ein niedriger Blutdruck kann durch das Auftreten von Symptomen oder auch durch die Blutdruckmessung mit zu niedrigen Werten auffallen. Von Hypotonie oder niedrigem Blutdruck spricht man, wenn der systolische Blutdruck unter 100 bis 110 mmHg liegt und der diastolische Blutdruck unter 60 mmHg gemessen wird. Für Kinder und Jugendliche gelten andere Grenzwerte, die sie im Beitrag rund um den Blutdruck bei jungen Menschen nachlesen können.
Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen
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Alter Mittlere Werte Frauen

Mittlere Werte Männer Beginn Niedriger Blutdruck
119/75 129/78 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
122/78 130/84 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
130/82 135/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
143/86 143/89 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
153/86 150/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
155/83 153/83 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
Alter Mittlere Werte Frauen

Mittlere Werte Männer Beginn Niedriger Blutdruck
119/75 129/78 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
122/78 130/84 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
130/82 135/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
143/86 143/89 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
153/86 150/88 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger
155/83 153/83 Männer: 110/60 oder niedriger

Frauen: 100/60 oder niedriger

Niedriger Blutdruck und hoher Puls

Sie beobachten bei der Blutdruckmessung einen niedrigen Blutdruck bei erhöhtem Puls? Sie fragen sich, was das zu bedeuten hat? Die Erklärung für dieses Phänomen ist ganz einfach und kein Ausnahmefall: Ihr Herz versucht, den zu niedrigen Blutdruck durch erhöhte Aktivität auszugleichen und schlägt schneller.

Symptome für einen niedrigen Blutdruck

Ist der niedrige Blutdruck immer von Symptomen begleitet? Zu den Symptomen der Hypotonie – also dem niedrigen Blutdruck – zählen allgemeine Schwäche, Unwohlsein, Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Aufwachen, ein erhöhtes Schlafbedürfnis, stets oder häufig kalte Hände und Füße, Kopfschmerzen, Zittern, Kurzatmigkeit und das auch bei leichter körperlicher Anstrengung. Vor allem Schwindel ist ein sehr deutliches Symptom für einen niedrigen Blutdruck. Ein ebenfalls sehr deutliches Symptom ist, wenn Ihnen bei einem Wechsel Ihrer Position schwarz vor Augen wird, beispielsweise, wenn sie aus der Hocke aufstehen.
Symptome für einen niedrigen Blutdruck

Was tun bei Blutdruckstörungen?

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Blutdruck-Test: Symptome und Risikofaktoren

Ist Ihr Blutdruck zu niedrig?

Die folgenden Symptome, Merkmale und Risikofaktoren helfen Ihnen, einem möglichen niedrigen Blutdruck auf die Spur zu kommen:

  • Ich habe öfter Schwindelgefühle oder fühle mich benommen. Insbesondere wenn ich aufstehe wird mir ganz schummrig zumute.
  • Ich brauche sehr viel Schlaf und bin oft trotzdem noch müde – morgens komme ich nur schwer aus dem Bett.
  • Mein Puls oder Herzschlag gerät manchmal bei leichter Anstrengung gefühlt aus dem Rhythmus oder ich leide bereits bei leichteren Anstrengungen unter Atemnot.
  • Ich bin verhältnismäßig blass und schmal.
  • Symptome wie stechende oder pulsierende Kopfschmerzen, Zittern, leichte Übelkeit, eventuell Brechreiz, allgemeine Schwäche sind mir bestens bekannt.
  • Ich leider unter depressiven Verstimmungen und manchmal habe ich auch keinen Appetit.
Haben Sie mehr als einen Punkt mit “Ja” beantwortet? Dann sollten Sie Ihren Blutdruck überprüfen lassen. Der Gang zum Arzt ist dafür unerlässlich, denn eine Diagnose muss vollständig und richtig sein, um die für Sie passende Behandlung einzuleiten.

Wie gefährlich ist der niedrige Blutdruck?

Wenn Sie einen niedrigen Blutdruck haben oder bei sich vermuten, sollten Sie damit sorgsam umgehen. Eine Hypotonie kann sich auch entweder akut, wie zum Beispiel durch einen Schockzustand nach einem Unfall oder auch als chronischer niedriger Blutdruck entwickeln. Schwindelgefühle und Benommenheit sind dabei Symptome, die bis zur Ohnmacht führen können. Verletzungen durch Stürze können die Folge sein. Dies macht deutlich, wie wichtig der Gang zum Arzt ist.

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) Diagnostik und Ursachen

So wird der niedrige Blutdruck diagnostiziert

Nur wenn die Blutdruckwerte sehr stark absinken und entsprechende Symptome auftreten, wird eine ärztliche Behandlung und Diagnostik empfohlen. Die Blutdruckmessung steht bei der Untersuchung zwar im Vordergrund, gegebenenfalls sind aber weitere diagnostische Maßnahmen notwendig, um eine eventuelle andere Erkrankung auszuschließen oder zu erkennen.

Zur Basisdiagnostik der Hypotonie zählen Blutdruckmessung, Langzeitblutdruckmessung, ein EKG und Funktionstests wie der Schellong-Test. Der Schellong-Test wird zur Diagnostik einer orthostatischen Hypotonie durchgeführt. Patienten müssen auf eine Liege mindestens 10 Minuten ruhig liegen. In dieser Zeit werden der Blutdruck und Puls gemessen. Dann muss der Patient rasch aufstehen und sein Puls und der Blutdruck werden erneut gemessen. Man wiederholt diese Prozedur nach 1, 2, 3, 5, 7 und 10 Minuten.
So wird der niedrige Blutdruck diagnostiziert

Ursachen für niedrigen Blutdruck

Die Ursachen für einen niedrigen Blutdruck sind vielfältig: Erbliche Veranlagung, Medikamente, Unterfunktion der Schilddrüse, Blutarmut, Herzschwäche, schwere allergische Reaktionen, ein Herzinfarkt, Grunderkrankungen wie eine Arrhythmie, ein großer Blutverlust oder auch Stress und andere Erkrankungen kommen als Ursache in Frage.

Ein häufiger Grund für einen niedrigen Blutdruck ist auch eine Diät oder eine vegane beziehungsweise vegetarische Diät. Der Mangel an Vitaminen und Mineralien kann für die Entwicklung der Hypotonie verantwortlich sein. Der Verzicht auf eisenhaltige Lebensmittel (Fleisch) führt möglicherweise gerade bei Frauen zu einer Hypotonie, da der weibliche Körper während der Periode ohnehin Blut und somit Eisen verliert.

Behandlung und mehr: Das müssen Sie wissen

Behandlung von Bluthochdruck

Behandlung niedriger Blutdruck

Ein niedriger Blutdruck sollte, wie Bluthochdruck, vor dem Auftreten von Beschwerden ärztlich behandelt werden. Ein Arzt sollte abklären, welche Ursachen hinter den Symptomen stecken, um eine richtige Diagnose zu stellen und eine entsprechende Therapie zu beginnen.
Behandlung Blutdruckstörungen
Blutdruck und Schwangerschaft

Niedriger Blutdruck bei Frauen

Aufgrund ihrer Physiologie liegen bei Frauen begünstigende Faktoren für einen niedrigen Blutdruck vor. Auch während der Schwangerschaft kommt es häufig zu einem niedrigen oder zu hohen Blutdruck. Der Blutdruck bei Schwangeren sollte deshalb regelmäßig überprüft werden.
Blutdruck und Schwangerschaft
Blutdruck im Alter

Niedriger Blutdruck im Alter

Bei Senioren kann die Hypotonie besonders gefährlich werden, da aufgrund verengter Gefäße der Transport von Blut und somit Sauerstoff beeinträchtigt sein kann. Es kann dann bei längerem Stehen und plötzlichen Aufstehen zu Schwindelgefühlen oder gar zur Ohnmacht kommen.
Blutdruck im Alter
Blutdruck messen

Blutdruckmessung

Wenn ein zu niedriger Blutdruck vorliegt, dann sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Dabei können Sie den Blutdruck auch selbst messen. So geht es.
Blutdruck messen
Zur Abklärung eines niedrigen oder eines hohen Blutdrucks und der richtigen Behandlung sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Hinter dem hohen Blutdruck oder niedrigem Blutdruck kann sich eine andere Grunderkrankung verstecken, die ausgeschlossen werden sollte. Eine falsche Medikation bringt ebenfalls Risiken mit sich. Sprechen Sie mit einem erfahrenen Arzt, um zu klären, welche Behandlung oder Medikation und Dosis für Sie richtig ist.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu niedrigem Blutdruck

Sie haben Fragen? Hier finden Sie schon viele hilfreiche Antworten. Und sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen wünschen, dann nehmen Sie gerne persönlich zu uns Kontakt auf.
Ein niedriger Blutdruck, auch Hypotonie genannt, wird in der Regel als systolischer Wert unter 90 mmHg und diastolischer Wert unter 60 mmHg definiert. Allerdings ist die genaue Grenze, wie tief der Blutdruck sein darf, individuell unterschiedlich und hängt von der allgemeinen Gesundheit und den Symptomen der betroffenen Person ab. Manche Menschen haben von Natur aus einen niedrigen Blutdruck, der für sie normal und unproblematisch ist.
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Natürliche Mittel bei niedrigem Blutdruck
Auch der niedrige Blutdruck kann zu einem Risiko werden, wenn er entsprechende Symptome mit sich bringt: Dies können zum Beispiel Müdigkeit oder Antriebslosigkeit sein. Es lohnt sich deshalb, ein paar Tipps rund um die Ernährung und andere natürliche Wege zu einer besseren Blutdruckregulierung zu beachten.
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Blutdruck und Wetter
Große Hitzephasen im Sommer werden auch bei uns immer häufiger. Viele Menschen kämpfen während dieser Zeit mit Blutdruckschwankungen. Aber auch andere Wetterkonstellationen können sich auf den Blutdruck auswirken. So kommen Sie gut durch die Sommerhitze und lernen den individuellen Einfluss des Wetters auf Ihren Körper kennen.
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Wie oft sollte man den Blutdruck messen?
Erfahren Sie mehr über die Messverfahren des Blutdrucks, von der Messung am Oberarm mittels Manschette und Stethoskop, über die oszillometrische Messung bis hin zur Pulswellen-Analyse. Außerdem werfen wir einen Blick auf individuelle Häufigkeit der Blutdruckmessung, je nach Risikofaktoren oder Vorerkrankungen.
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Blutdruck bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Von Blutdruckstörungen sind meist eher ältere Menschen betroffen. Aber: Auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können einen Bluthochdruck entwickeln oder einen zu niedrigen Blutdruck haben. Je früher dies erkannt wird, umso besser.
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Blutdruck im Alter
Nicht nur mit dem Alter kann sich eine Blutdruckstörung entwickeln. Dies kann sowohl der hohe Blutdruck als auch der niedrige Blutdruck sein. Ihre Lebensqualität sollte in jeder Lebensphase im Vordergrund stehen.
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Wechseljahre und Ihr Blutdruck
Während der Wechseljahre verändert sich Vieles im Körper – bei Frauen wie bei Männern. Das Risiko für eine Blutdruckstörung steigt in dieser Zeit. Oft werden zudem die Symptome, die auf einen hohen Blutdruck hindeuten könnten, gerade bei Frauen mit Wechseljahresbeschwerden verwechselt.
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Bluthochdruck ist eine häufige Erkrankung. Neben medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten spielt aber auch Ihre Lebensweise eine große Rolle. Bewegung und vor allem eine angepasste Ernährung beeinflussen die Erkrankung positiv. Diese natürlichen Arzneimittel und diese Hausmittel können helfen.
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Blutdruck und vegane Ernährung
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Wie messe ich Blutdruck am besten?
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Blutdruck und psychische Faktoren
Unser Leben ist oft von Stress geprägt: Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer klagt darüber. Aber auch Ängste und Aufregung nehmen Einfluss auf den Blutdruck. Dabei sind psychische Belastungen sogar die Hauptursache für Berufsunfähigkeiten. Nehmen Sie Stress und andere psychische Faktoren ernst.
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Die Schwangerschaft bringt viele Veränderungen im Körper mit sich – unter anderem kann es zu Problemen mit dem Kreislauf und Blutdruck kommen. Eine regelmäßige Messung des Blutdrucks bei Ihrer/m behandelnden Ärztin oder Arzt ist ein Muss.
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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